Die 90. Oscars Verleihung – Disneys Sieger

Eine Nominierung für den besten Animationsfilm ist mittlerweile schon obligatorisch für Disney oder Pixar. Eine Nominierung in anderen Kategorien fällt dann doch auf. Auch wenn Filme von Disney eher selten in der Kategorie „Bester Film“ nominiert werden, so ist es dennoch interessant zu wissen in welchen Kategorien man die begehrte Trophäe nach Hause nehmen konnte.

Am Montag (deutscher Uhrzeit) fand die 90. Oscars Verleihung statt. Daher werfen wir einen Blick auf die Sieger des Abends. Um es etwas einfacher zu gestalten, betrachten wir die einzelnen Kategorien, in denen Filme aus dem Hause Disney nominiert worden sind und schauen, ob man die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen konnte oder nicht.


Bester Soundschnitt

In dieser Kategorie war das neue Abenteuer um Rey und dem Bösewicht Kylo Ren, Star Wars – Episode XIII: Die letzten Jedi, nominiert. Dabei ging das von Rian Johnson gedrehte Werk leer aus und musste sich Dunkirk geschlagen geben. Den Gewinnerfilm habe ich leider nicht gesehen und kann daher keine Aussage darüber tätigen, ob ich die Ehrung als verdient empfinde. Dennoch denke ich so viel behaupten zu können, dass der neue Star Wars Film definitiv auf hohem bzw. soliden Niveau ist, jedoch in der Reihe selber nichts bahnbrechendes oder auszeichnungswürdiges realisiert hat. Daher ist hier der „Verlust“ nachvollziehbar.


Bestes Produktionsdesign

In dieser Kategorie war das bisher erfolgreichste Remake aus dem Hause Disney nominiert. Die Schöne und das Biest konnte mit einem liebevollen Arrangement aus historischem höfischen Rokoko und detailgetreuer Umsetzung punkten. Leider reichte dies nicht für eine Auszeichnung und somit ging der Preis an das Team hinter dem Film von The Shape of Water. An sich ist das Produktionsdesign wunderschön, dennoch hätte ich hier eine Ehrung für das Team von Die Schöne und das Biest als angemessen empfunden, auch wenn vieles CGI war.


Bester animierter Kurzfilm

LOU bekannt aus Findet Dorie war für ein Oscar in der Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“ nominiert. Animationstechnisch wieder auf dem gewohnt bewährten Disney Pixar Niveau, wobei dies natürlich nicht unbedingt zählt. Schade, dass es seitdem es Computeranimation gibt, keine experimentellen Ansätze mehr gibt wie zum Trickfilmzeitalter à la Disney. Daher konnte hier auch Dear Basketball gewinnen.


Bestes Kostümdesign

Die Schöne und das Biest war auch hier zurecht für eine goldene Statue nominiert. Nah an der Vorlage des Animationsfilms aus dem Jahr 1991 und dennoch weiter geführt und noch detaillierter umgesetzt. Resultat waren wunderschöne Kostüme, die märchenhafter und zugleich historisch angemessen nicht sein könnten. Dies überzeugte jedoch nicht die Abstimmberechtigten der Academy. Somit ging der Preis an Der seidene Faden.


Bester Soundtrack

Der grandiose John Williams war hier mit Star Wars – Episode XIII: Die letzten Jedi nominiert, wobei bereits klar war, dass hier ein Gewinn ausgeschlossen ist. Dennoch schön zu sehen, dass John Williams immer wieder Beachtung findet. Er ist schon lange ein Schatz in der Geschichte der Filmmusik und wird es immer bleiben, egal ob mit oder ohne goldener Statute. Bereits fünf Oscars kann er sein eigen nennen, unter anderem für Krieg der Sterne. Daher denke ich, dass hier ein anderer Gewinner fair ist. Und dieser war kein geringerer als Alexandre Desplat für The Shape of Water. Ein wuundervoller Soundtrack.


Beste visuelle Effekte

Hier waren sogar gleich zwei Filme von Disney nominiert. Einer aus dem Hause Marvel, Guardians of the Galaxy, Vol. 2, und von Lucasfilm, Star Wars – Episode XIII: Die letzten Jedi. Zwar erhöhte die Doppelnominierung die Wahrscheinlichkeit den begehrten Preis entgegennehmen zu dürfen, dennoch reichte es in diesem Fall nicht, und somit ging der Preis an Blade Runner 2049. Ein Film, der bzgl. der visuellen Effekte ganz klar besticht. Daher ist in dieser Kategorie der Preis angemessen vergeben worden.


Bester Animationsfilm

Hier gehörte natürlich Coco von Disney Pixar zu den nominierten Animationsfilmen. Und prompt konnte man verdient in dieser Kategorie die goldene Statue mit nach Hause nehmen. Kein Animationsfilm konnte Coco im Jahr 2017 das Wasser reichen. Lee Unkrich, Adrian Molina und Matthew Aldrich haben uns einen wundervollen und farbenfrohen Film auf die große Leinwand gezaubert, der die Folklore in Mexiko  repräsentiert, was die positive des mexikanischen Publikums zeigt. Leider hat Adrian Molina beschlossen nach 25 Jahren intensiver Arbeit Pixar zu verlassen. Hoffentlich wird ihre Kreativität ihr weiterhin viele glückliche Momente bescheren. Sie wird definitiv unvergessen bleiben.


Bester Original Song

Als die Nominierungen bekannt gegeben worden, war ich erstmal zutiefst enttäuscht, dass „Evermore“ aus Die Schöne und das Biest nicht nominiert wurde. Dieser grandiose Song von Alan Menken komponiert und von Dan Stevens gesungen, hätte mindestens unter den nominierten Songs gehört. Auch innerhalb der Geschichte trägt der neue Song zum Mehrwert des Films bei. Nach anfänglicher Enttäuschung wurde diese mit der Auszeichnung von „Remember Me“ von Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez aus dem Pixar Film Coco schnell konterkariert und würdig entlohnt. Manch einer hätte den Preis eher an „This is Me“ aus The Greatest Showman mit Hugh Jackman gegeben. Ich denke dennoch, dass „Remember Me“ genauso eine gute Entscheidung ist.


Als Resümee können wir feststellen, dass Disney zwei Preise mit nach Hause nehmen konnte und das wieder in den typischen Kategorien: Bester Animationsfilm und Original Song. Erst genannte häufiger, dennoch ist Disney im Bereich der Musik sehr ambitioniert und visiert durchaus auch hier eine Auszeichnung an.

Nun noch eine kurze Ausführung zur Notwendigkeit von Preisverleihungen: An sich wünscht sich jeder eine Anerkennung für sein kreatives Schaffen, sei es durch einen Preis oder ein zahlendes Publikum. Dabei kann sich die Academy (Oscars-Verleihung) einer hohen Reputation glücklich schätzen, die ihr große Aufmerksamkeit und Existenzberechtigung garantiert, was natürlich auch durch den Abstimmungsprozess der Filme bedingt ist. Dennoch fällt unschwer auf, was für eine Rolle Geld hier einnimmt. Das heißt, es gibt durchaus Erwartungen, um hohe Werbegebühren verlangen zu können. Dies möchte ich jedoch nicht weiter ausführen.

Ziel meiner Kritik ist, ob es überhaupt Sinn ergibt innerhalb eines kreativen Umfelds das Schaffen verschiedener Künstler gegeneinander antreten zu lassen. Ganz klar, es gibt eine qualitative Basis auf der man Werke durchaus messen kann. Aber ist dies für die Gesellschaft relevant? Ich denke nicht. Letztendlich zählt in der Unterhaltungsbranche, ob Menschen überhaupt bereit sind dafür Geld auszugeben. Das soll nicht bedeuten, dass Filme mit hohem Umsatz besser sind als jene mit niedrigem. Doch ich persönlich halte diese Anmerkung für bedeutsam genug. Alles andere verstärkt eine Konkurrenz in der Gesellschaft. Am Ende des Tages ist es dann doch „nur“ ein Preis und es zählt das, was man daraus macht.

Bilder/Grafiken/Videos: Disney, Disney Wiki, YouTube | Quelle: Disney


Heute habe ich 2 Fragen für euch: Findet ihr die Gewinner für Disney gerechtfertigt? Was ist eure allgemeine Meinung zu Preisverleihungen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!


Rechtlicher Hinweis: Der vorliegende Blogeintrag repräsentiert ausschließlich die Meinung des Autors und enthält keine bezahlte Werbung, Produktplatzierung(en) oder Produkthilfe(n) (Kennzeichnungspflichtig nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 TMG und § 5a Abs. 6 UWG). Der auf dem Inhalt von Dritten (Disney) basierende Beitrag wurde aus privaten Zwecken und Interessen erstellt. Dem Autor ist bewusst, dass durch den Blogeintrag direkt/indirekt Aufmerksamkeit auf das jeweilige Produkt gelenkt wird und eine Kaufentscheidung potentiell beeinflussen kann. Durch eine differenzierte Auseinandersetzung soll eine direkte Einflussnahme minimiert werden. Transparenz hat höchste Priorität.

Datenschutzhinweis: Durch Verwendung der Kommentarfunktion erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Webseite bzw. durch WordPress einverstanden. Um die Übersicht über Kommentare zu behalten und Missbrauch zu verhindern, speichert diese Webseite Name, E-Mail, Kommentar sowie IP-Adresse und Zeitstempel Ihres Kommentars. Sie können Ihre Kommentare später jederzeit wieder löschen. Detaillierte Informationen finden Sie in meiner Datenschutzerklärung.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.