Disney+ Originalkurzfilm „Es war einmal ein Schneemann“ (Rezension)

Weihnachten steht vor der Tür und Disney nutzt die Chance sich der Maschinerie seines wohl stärksten Franchises Die Eiskönigin Reihe zu bedienen, indem der Kurzfilm namens Es war einmal ein Schneemann exklusiv auf Disney+ sein Debüt feiert. Konsumenten werden daran erinnert, zahlreiche Merch-Produkte unter den Weihnachtsbaum zu legen und gleich nebenbei den Streamingservice zu abonnieren. Doch kann der neuste Kurzfilm um Olaf von den Disney Animation Studios überhaupt überzeugen?

Szenenbild aus Disneys „Es war einmal ein Schneemann“ | © 2020 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved

Olafs Identitätssuche

Was passierte eigentlich mit Olaf zwischen dem epischen Augenblick, als Elsa ihn erschaffen hat, ihren Eispalast erbaute und dem aberwitzigen Moment, als Anna und Kristoff ihn zum ersten Mal im Wald getroffen haben? Und wie hat Olaf gelernt, den Sommer zu lieben? Im Kurzfilm Es war einmal ein Schneemann wird die bislang unbekannte Vorgeschichte von Olaf erzählt, dem treuherzigen und einfühlsamen Schneemann, der Umarmungen liebt und im Oscar-prämierten Animationsfilm Die Eiskönigin – Völlig Unverfroren aus dem Jahr 2013 als auch in der Fortsetzung von 2019 alle Herzen zum Schmelzen bringt. Der Film zeigt Olafs erste Schritte, als er in den schneebedeckten Bergen vor den Toren von Arendelle zum Leben erwacht und nach seiner Identität sucht.

Szenenbild aus Disneys „Es war einmal ein Schneemann“ | © 2020 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved

Charmante Ausgangsideen mit wenig Originalität

Wie gewohnt bietet Disney Bildwerte auf Top-Niveau ohne jedoch eigene Wow-Momente, wie in seinen abendfüllenden und bahnbrechenden Animationsfilmen. Stattdessen bedient sich Es war einmal ein Schneemann hauptsächlich alt bekannten Szenerien und Schauwerten. Zugegeben, das Konzept die kurze Geschichte parallel in das Geschehen von Die Eiskönigin – Völlig unverfroren zu integrieren, ist fabelhaft und trumpft mit zahlreichen Seitenhiebe zum Hauptfilm auf, die wahrlich zum Schmunzeln sind. So beginnen wir just nachdem Elsa Olaf erschaffen hat, die Reise der Identitätsfindung und begegnen dabei einerseits sich zwischen dem Kurzfilm und dem Hauptfilm schneidende Story-Punkte und bekannten Figuren wie Oaken. Dabei gibt es die gewohnte (unlustige) Slapstick-Comedy. Das wohl größte Manko des Kurzfilms ist die unzureichende Ausarbeitung von Grundideen, die hier und dort geradezu offensichtlich sind, aber leider nicht vertieft werden. Stattdessen wird sich durchgehend der Nostalgie hingegeben und auf dessen Kosten ausgeruht. Für einige mag das ausreichen und der „Replay-Fakor“ bei gerade einmal fast 8 Minuten ist sehr hoch, doch nur aufgrund der Laufzeit nicht wegen einer überzeugenden Storyline. Neben der extrem kurzen Laufzeit muss man dem Kurzfilm das Fehlen eines neuen Songs ankreiden. Das Franchise lebt von seinen weltweit erfolgreichen Liedern. Daher ist dies offensichtlich eine verschenkte Chance. Die Macher bedienen sich allen Elementen, für die Olaf bekannt ist, um Olaf-Fans glücklich zu wägen, und erweitern den Kurzfilm um einige (nette) Action-geladene Szenen. Natürlich wird man sich beim Schauen des Kurzfilms nicht ärgern oder dergleichen und ihn grundsätzlich als süß bewerten. Es überrascht nur, dass dies als würdiges Schmankerl betrachtet wird, neue Disney+ Abonnenten anzuziehen oder gar den Kurzfilm-Kanon angemessen erweitert. Somit rangiert Es war einmal ein Schneemann leider unter den schwächeren Kurzfilmen aus dem Hause Disney.

Szenenbild aus Disneys „Es war einmal ein Schneemann“ | © 2020 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved

Fazit

Die Grundidee des neusten Kurzfilms im Eiskönigin Universum ist fabelhaft. Diesen Umstand wiederum geschuldet, gelingt keine Etablierung von neuer Originalität. Stattdessen verweilt Es war einmal ein Schneemann in den populären und zugegebenermaßen humorvollen und charmanten Zwischensequenzen von Die Eiskönigin – Völlig unverfroren, bedient sich ausschließlich der bekannten Nostalgie, bietet den typischen Olaf-Witz ohne neue Nuancen wie zum Beispiel die verschenkte Chance eines neuen Songs und ist mit gerade einmal fast 8 Minuten Laufzeit (inklusive Abspann) enttäuschend kurz.

SPIELDAUER: 8 MINUTEN | FSK: 0 | 2020

Weitere Infos: Original Cast | Deutsche Synchronsprecher | Trailer

Bilder/Grafiken: Stehni’s Blog, Disney


Wie gefällt euch der Kurzfilm? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!


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