Disney+ Originalserie „The Mandalorian“ (2. Staffel) (Rezension)

Die zweite Staffel von The Mandalorian startet endlich auf Disney+, versorgt uns mit erzählenswerten Geschichten rund um den Mandalorianer und „Baby Yoda“ und erweitert das Star Wars Universum auf wundervolle Art und Weise. Die erste Staffel wurde weitestgehend positiv aufgenommen und ließ den Star Wars Hype erneut auf einen Höhepunkt katapultieren, nachdem die Star Wars Trilogie viele Fans eher enttäuschte. Kann nun die zweite Staffel an das Serien-Debüt anknüpfen? Das erfahrt ihr in meiner Rezension zur zweiten Staffel, in der ich jede einzelne Episode (seitenweise) bespreche. Das ist der Weg!

Der Mandalorianer und das Kind setzen ihre Reise fort, stehen Feinden gegenüber und mobilisieren Verbündete, während sie sich in der turbulenten Zeit nach dem Zusammenbruch des Galaktischen Imperiums ihren Weg durch die gefährliche Galaxisbahnen. Zum Cast von „The Mandalorian“ gehören Pedro Pascal, Gina Carano, Carl Weathers und Giancarlo Esposito. Die Regisseure der neuen Staffel sind Jon Favreau, Dave Filoni, Bryce Dallas Howard, Rick Famuyiwa, Carl Weathers, Peyton Reed und Robert Rodriguez. Showrunner Jon Favreau fungiert zusammen mit Dave Filoni, Kathleen Kennedy und Colin Wilson als ausführender Produzent mit Karen Gilchrist als Co-Executive Producer.

Der Mandalorianer begibt sich zusammen mit dem „Kind“ („Baby Yoda“) auf die Suche nach einen weiteren Clanmitglied – einen Mandalorianer. Sein Weg führt ihn auf den aus alten Star Wars Episoden bereits bekannten Wüsten-Planeten Tatooine. Anders als erwartet, begegnet er dort dem sogenannten Marshal und wird mit einer neuen Herausforderung konfrontiert. Er muss ein Dorf vor einer schlummernden Bedrohung aus den Tiefen der Wüste beschützen…

Einige Highlights und recycelte Ideen

The Mandalorian schaffte etwas, was die neue Star Wars Trilogie nicht konnte: Die Wiederbelebung eines Hypes und durchweg positive Kritikstimmen. Insofern hat die zweite Staffel die Hürde an den Erfolg des Debüts anzuknüpfen. Die neue Staffel schafft es definitiv den grandiosen Soundtrack der ersten Staffel weiterzuführen, der erneut von Ludwig Gӧransson komponiert wurde. Genauso steht die Produktionsqualität der vergangenen Staffel in nichts nach. Stattdessen wirken neue CGI-Kreaturen sogar noch ein Stückchen besser. Die neuste Episode wurde von Jon Favreau geschrieben und er fungierte ebenfalls als Drehbuchautor. Daher verwundert es nicht, dass „The Marshall“ stark an das Konzept von „Kapitel 2 – Das Kind“ (und „Kapitel 4 – Die Zuflucht“) erinnert. Insofern knüpft die erste Episode an Bildwerten als auch Handlungsinhalten an, die die Serie in der Breite so beliebt gemacht haben und für den unverwechselbaren Sci-Fi-Western-Charakter sorgten. Eben dieser Kontinuität konnte mich die erste Folge nicht sonderlich vom Hocker reißen. Viel mehr hätte ich mir einen deutlich epischeren Einstieg in die neuste Staffel gewünscht. Das erste Kapitel wirkt ganz klar in sich geschlossen, doch hinterlässt es keinerlei Spannung für folgende Episoden. Erneut sieht sich der Mandalorianer einer Aufgabe gegenüber, um an bestimmte Dinge zu gelangen – hier eine bedeutsame Rüstung (mehr soll an dieser Stelle nicht erwähnt werden). Die Aufmachung ist quasi exakt dieselbe wie der aus Kapitel 2 in der ersten Staffel. Der titelgebende Mandalorianer hilft einem hilflosen Dorf, sich gegen eine gefährliche Bedrohung zu verteidigen. Diese recht simple und bereits bekannte Ausgangssituation initiiert nicht die Aufregung und die Magie, die wir von dieser Serie erwarten, und wenn man auf Nummer sicher geht, kann es sich als ziemlich langweilig entpuppen.

Die Action ist solide und „Baby Yoda“ ist immer noch der süßeste Eye-Catcher der Serie. Ansonsten kommt die Episode einer in der Mitte einer Staffel typisch angesiedelten Füllstoff gleich, in der die Charaktere keinerlei Charakterentwicklung aufzeigen. Darüber hinaus nutzt die erste Folge nicht die Chance das „Big Picture“ dem Zuschauer deutlich zu machen. Klar, Mondo ist auf der Suche nach dem Ursprung des Kindes zu suchen. Dennoch wird Möglichkeit genutzt, eine gewissen Spannung für zukünftige Folgen zu etablieren – ganz im Gegenteil. Die Folge beginnt so, wie sie geendet hat, nämlich ohne Zuschauerbindungspotenzial. Es werden fast keine Fortschritte erzielt, wenn es darum geht, die Eltern des Kindes zu finden, Mandos Hintergrundgeschichte zu erkunden oder zu lernen, was als nächstes von Moff Gideon kommen wird. Es gibt einen echten Mangel an Dynamik. Natürlich ist dies erst die erste Episode. Aber nicht die erste Episode der ersten Staffel, sondern der zweiten. Da hätte man deutlich mehr erwarten können und vor allem direkte Anknüpfungen an vergangene Handlungsstränge.

Ein Highlight von Kapitel 9 ist die tiefer gehende Beschäftigung mit den Tusken,der Einführung eines neuen Charakters, der offensichtlich noch im Verlauf der Staffel wiederkehren wird, und vor allem die „ominöse“ Gestalt ganz am Ende der Folge, bei der es sich um eine sehr bekannte Figur aus dem Star Wars Universum handelt. Dies sind wiederkehrende Elemente der Serie, die raffiniert und durchdacht angewendet werden und Lust auf mehr machen. Wissend, dass daraus ein spannender Handlungsstrang in der ersten Staffel wurde und auf ein grandioses Finale zusteuerte, liegen hier die Stärken der Serie. Es lässt auf eine an Fahrt zunehmende und dynamischere Handlung hoffen. Ansonsten ist Kapitel 9 eine durchschnittliche, in sich geschlossene Episode.

Szenenbild aus „The Mandalorian“ (2. Staffel) | © 2020 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Fazit

Die Eröffnungsepisode „The Marshal“ könnte glatt als eine sogenannte Füll-Folge durchgehen, die sonst in der Mitte einer Staffel zu verordnen ist. Einzig allein die wenigen Highlights verhelfen der Folge nicht in die Unterdurchschnittlichkeit abzudriften. Sollte sich daher herausstellen, dass folgende Kapitel bis zum Staffelfinale stetig an Fahrt aufnehmen, so lässt sich dieser schwache Serieneinstieg verkraften und bildet einen mittelmäßig bis guten Start. Andernfalls bietet die erste Episode genau das, was wir bereits kennen: Solide Action, tolle Bildwerte, einen putzigen „Baby Yoda“ und eben nichts neues…

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