Kurzfilmkritik: Disney+ Original „Olaf präsentiert“

Olaf kehrt zurück! Zwar nicht auf die große Leinwand sondern auf den heimischen Bildschirm. Nach dem großen Erfolg von Die Eiskönigin 2 und die für viel Gelächter sorgende Szene mit Olafs kurzem aber überaus amüsanten Recap über die Geschichte des ersten Teils von Die Eiskönigin – Völlig unverfroren dachten sich die Verantwortlichen bei den Disney Animation Studios, warum nicht eine kurze Mini-Serie für Disney+ produzieren, in der der bekannte Schneemann viele bekannte Disney-Filme humorvoll nacherzählt. Was dabei rauskommt, ist eine kurzweilige Mini-Filmserie mit weniger starken aber auch äußerst lustigen Episoden, die sich in Windeseile konsumieren lassen.

Szenenbild aus der Disney-Kurzfilmserie „Olaf präsentiert“ | © Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved

Olaf als Maskottchen für Disney+

In Olaf präsentiert wird Olaf vom Schneemann zum Show-Mann. In einer Reihe von neuen animierten Kurzfilmen der Walt Disney Animation Studios, schlüpft er in die Rolle des Produzenten, der Schauspieler, Kostümbildner und Setbauer für seine einzigartige „Nacherzählung“ von fünf beliebten Disney Animationsgeschichten. Der charismatische und vielseitige Olaf beweist sein theatralisches Flair und schlüpft in ikonische Rollen wie die der Meerjungfrau, des Dschinni und des Königs der Löwen (und dazu in die meisten Nebenrollen), während er Arendelle mit seinen köstlichen Kurzversionen dieser beliebten Märchen unterhält. Hape Kerkeling kehrt zurück, um Olaf seine Stimme zu leihen.

Als Disney schon 2020 Olaf für seine Zwecke neue zahlende Abonnenten für Disney+ zu akquirieren missbrauchte – die Eiskönigin-Geldmaschine muss halt fortwährend mit Inhalten gefüttert werden – befürchtete ich schon einen einfallslosen Kurzfilm wie schon bei Es war einmal ein Schneemann. Dem ist glücklicherweise nicht so. Zwar werden die einzelnen Kurzfilme, eher gesagt Mini-Filmchen, noch kürzer als üblich, doch trägt gerade ebendiese knackig kurze Länge mit hoher Informations- / Witzdichte zum Unterhaltungswert bei. Statt alternative Erzählstränge aus den Fingern zu saugen, wird auf das in der Figur bereits Vorhandene zurückgegriffen, ohne eigene Story zu präsentieren. Dies mündet in eine theaterhaften Umsetzung, die nur einen Schauspieler kennt: Olaf. An dieser Stelle darf schon erwähnt werden: Hoffentlich spendiert uns Disney weitere Episoden in der Zukunft.

Szenenbild aus der Disney-Kurzfilmserie „Olaf präsentiert“ | © Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved

Schnell, kurz, humorvoll

Zugegebenermaßen lassen sich die Episoden so schnell „bingen“, dass es zu befürchten ist, die Folgen werden ebenso geschwind in der Völle des Angebots auf Disney+ in Vergessenheit geraten. Dennoch ist es ein Heidenspaß der dynamischen Persiflage eines Schneemanns der Tausend Gesichter zuzuschauen. Die Gag-Dichte ist erstaunlich hoch, sodass keine Sekunde mit Langeweile einhergeht. Hier findet das Sprichwort „In der Kürze liegt die Würze“ seine berechtigte Bedeutung. Der Humor bewegt sich eher auf dem Niveau kleinerer Disney-Fans, während die Großen mit der karikaturesken Veräppelung ihrer nostalgischen Verbindung zu den Disney-Märchen der 1990er angesprochen werden. Es sei an dieser Stelle angemerkt, es ist keine Schmach, auch mal über niedrigschwelligen Humor lachen zu können, wenn er zwar weniger clever daher kommt, dennoch Elemente der zugrundeliegenden Filme aufgreift, über die man sonst weniger nachgedacht hat. Und wenn der größte Unterhaltungskonzern den Mut beweist, seine eigenen großen Flaggschiffe ironische zu betrachten, denen Disney seine ursprünglich seine Strahlkraft zu verdanken hat, verdient schon Respekt. Olaf kann man sowieso nichts übel nehmen. Würde es einen Oscar für Schneemänner (natürlich auch Schneefrauen) geben, so hätte Olaf garantiert einen für seine Darbietung der verschiedenen Rollen verdient. Mit seinem Hang zur Theatralik und der Kunst der Beschränkung auf das Wesentliche einer Geschichte sticht Olaf präsentiert sehr positiv hervor.

Nichtsdestotrotz schwankt die Qualität des Witz‘ über die einzelnen Folgen hinweg sehr stark. So gibt es vor allem zwei Episoden, die mehr oder weniger nur den Film nacherzählen, ohne wirklich lustig und kreativ zu sein. Dazu zählt vor allem die Folge zu Der König der Löwen und Aladdin. Die restlichen Episoden weisen viel mehr Charme und kleine lustige Spitzen gegen die persiflierten Filme auf, die wir alle wahrscheinlich schon alle mal gedacht haben, es aber nicht wagten auszusprechen oder erst mit zunehmender Entwicklung der Sichtweise auf die heutige Gesellschaft – vor allem seitens Disneys. Dazu zählt die Irrationalität Arielles, die Konfrontation mit den Drängen des alltäglichen Lebens bei Vaiana und die anzunehmende geistige Inkompetenz von Rapunzel. Meine persönliche Reihenfolge der besten Episoden ist das wenig überraschend wie folgt: Arielle, die Meerjungfrau, Vaiana, Rapunzel – Neu verföhnt, Der König der Löwen und Aladdin.

Fazit

Disney schmeißt wie gewohnt pünktlich zur Winterzeit die Franchise-Maschinerie an, zur Freude der Fans der Eiskönigin-Reihe – allen voran der Olaf-Liebhaber. Diese werden mit überraschend kreativ gestalteten Episoden und wundervoll dynamischen sowie amüsierend selbstironischen Ein-(Schnee)Mann-Geschichten rund um zahlreiche Disney-Klassiker beköstigt. Einzig allein die schwankende Qualität des Humors als auch die fehlende Kontinuität des Ideenreichtums unterbrechen die Freude an dem kurzen Unterhaltungstrip.

SPIELDAUER: 5 Episoden (à 2 MINUTEN) | FSK: 0 | 2021

Weitere Infos: Original Cast | Deutsche Synchronsprecher | Trailer

Alle Filmkritiken von StehnisBlog findest du hier.


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